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Die Bedeutung des Stammesnamens „Langobarden“ ist zwar umstritten, aber die schönste
Erklärung dafür bietet noch immer eine Sage, die für die Anwendung
einer Kriegslist und gleichzeitig für die Bedeutung der Frau bei den
Langobarden steht. Aufgeschrieben wurde die Sage erstmals von Paulus
Diaconus, einem langobardischen Mönch am Hofe Karls des Großen:
In der Frühzeit, als sich die Langobarden noch Winniler nannten,
terrorisierte der germanische Stamm der Vandalen seine Nachbarn. So
forderten sie auch, dank ihrer überlegenen Kriegerzahl, von den
Winnilern Tribute, die diese aber verweigerten. Daraufhin forderten
die Vandalen die Winniler zur Schlacht. Für den Beginn der Schlacht,
wurde der Sonnenaufgang des nächsten Morgens festgelegt. Die
Vandalen baten Wodan um den Sieg, der daraufhin beschloss, dass er
den Kriegern den Sieg schenken werde, deren Namen er vor der
Schlacht zuerst nennen würde. Da aber die Winniler über weniger
Krieger verfügten, als die Vandalen, bat ihre oberste Priesterin
Gambara die Göttin Freya um Rat. Diese riet ihnen, dass sie sich
bereits vor Sonnenaufgang gegenüber dem Fenster des Wodan, aus dem
er zuerst auf die Welt blickt, aufstellen sollten. Weiterhin sollten
sich die Frauen die langen Haare vor die Gesichter binden und sich
in die Schar der Krieger einreihen.
Als die Vandalen bei
Sonnenaufgang auf das Schlachtfeld kamen, waren die Winniler bereits
da. Wodan, der verschlafen aus seinem Fenster blickte und die vielen
„Krieger“ ihm gegenüber nur schemenhaft erkennen konnte, fragte
erstaunt:
„Wer sind den diese Langbärtigen dort? “
Darauf sagte Freya:
„Wessen Namen du zuerst genannt hast, dem musst du nun auch, wie
versprochen, den Sieg schenken.“
Seit dieser Zeit nennen sich die Winniler „Langobarden“. Die
Vandalen aber fürchteten sich vor der großen Zahl der „langbärtigen
Krieger“ und ließen die Langobarden von nun an unbehelligt.
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